Die fast 1.000 Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes Mona Lisa, das etwa zehn Seemeilen vor der lettischen Küste am Sonntagabend auf Grund gelaufen ist, müssen von Bord nachdem sie eine Nacht von Sonntag zu Montag auf dem havarierten Schiffes verbracht haben. Alle Bemühungen, das Schiff wieder fahrbereit zu bekommen, verliefen auch am Montag, den 5. Mai 2008 erfolglos.
Nach Angaben der Küstenwache sind alle Passagiere und Besatzungsmitglieder sicher und nicht in unmittelbarer Gefahr. Das Schiff startete in Kiel und war auf dem Weg in die lettische Hauptstadt Riga. Die Bergungskräfte hatten am Sonntagabend versucht, das aufgelaufene Schiff wieder flott zu bekommen. Sie pumpten Ballastwasser aus den Tanks und versuchten dann, die leichter gewordene Mona Lisa mit drei Schleppern vergeblich von der unterseeischen Sandbank zu ziehen.
Am Montagmorgen scheiterte ein erneuter Versuch der Bergungskräfte, nachdem auch Treibstoff und Motorenöl abgepumpt wurde. Jetzt soll mit der Evakuierung der Passagiere begonnen werden, wie die Küstenwache mitteilte. "Es sind bereits zwei Schiffe der Küstenwache eingetroffen, die die Passagiere abholen werden", teilte Herbert Fervers, der Geschäftsführer des Reiseveranstalters Lord Nelson Seereisen aus Erkelenz in Nordrhein-Westfalen mit.
Sobald das 200 Meter lange Schiff freigeschleppt ist, sollen Taucher den Rumpf nach Anzeichen für äußere Schäden absuchen. Zunächst gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Mona Lisa die unter der Fahne der Bahamas mit Heimathafen Nassau fährt, irgendwelche Schäden davongetragen hat.
Die Passagiere des Kreuzliners werden zum lettischen Hafen von Ventspils (deutsch Windau) gebracht und dann mit dem Zug nach Riga fahren. Dort sind bereits Hotelzimmer für sie reserviert worden. Im Laufe des Dienstags (06.05.2008) würden die Passagiere dann nach Deutschland geflogen. "Sie bekommen natürlich eine Entschädigung, die Versicherung ist bereits informiert. Die Passagiere sind zwar traurig, dass die Reise nun vorzeitig geendet hat, aber zugleich haben sie sehr verständnisvoll reagiert", sagte der Geschäftsführer Fervers. Durchschnittlich hat jeder Passagier etwa 1.400 Euro für die Reise bezahlt.
![]()
57.780376, 21.687012 Das Ende einer Ostseerundfahrt.
Die Kreuzfahrtreise hatte am 1. Mai 2008 in Kiel begonnen. Sie sollte eigentlich zehn Tage dauern und über Riga, Tallinn, St. Petersburg und Helsinki führen. Unbekannt ist warum die die Mona Lisa auf Grund lief. Schlechtes Wetter scheide als Ursache aus, erklärte die Küstenwache. Das Kreuzfahrtschiff strandete in der Irben-Straße*, dem Hauptausgang des Rigaischen Meerbusens zur Ostsee. Vermutlich ein Navigationsfehler. Es wurden Ermittlungen aufgenommen. Der Kapitän ist ein Grieche, das Schiff sei zum Unfallzeitpunkt aber von einem griechischen Brückenoffizier gesteuert worden, der ein Kapitänspatent innehat.* Die Irben-Straße (auch Irbe-Straße, estnisch Kura kurk, lettisch Irbes jūras šaurums) ist der Hauptausgang des Rigaischen Meerbusens zur Ostsee. Sie liegt zwischen der Halbinsel Sõrve, die das südliche Ende der estnischen Insel Saaremaa bildet, und der Nordküste Kurlands in Lettland. An ihrer engsten Stelle ist sie 27 km breit. Die kurländische Küste entlang wurde die Fahrrinne vertieft, um auch größeren Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. http://de.wikipedia.org/wiki/Irben-Stra%C3%9Fe