Robbenhaltung im Ostseewasser dient der Wissenschaft und der Öffentlichkeit
Startschuss für Europas größte Robbenhaltungsstation!
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In Mecklenburg-Vorpommern öffnet im Mai 2008 die erste Anlage ihrer Art an der südlichen Ostseeküste. Zunächst werden neun männliche Seehunde ihr 60 mal 40 Meter großes Quartier, das mit Netzen abgetrennt wird im Yachthafen Hohe Düne in Rostock-Warnemünde beziehen. Später können im "Meeressäuger Forschungs- und Informationszentrum" bis zu 15 Robben einen Platz finden.
Auf bislang einzigartige Weise sollen in der schwimmenden Forschungsanlage Publikums- und Wissenschaftsinteresse vereint werden. Eine Gruppe von Biologen will in Langzeitexperimenten die Sinneswahrnehmung und die Unterwasserorientierung der Tiere untersuchen. Dabei ist es Interessierten möglich, durch spezielle Besucherprogramme die angeboten werden, die Tiere zu beobachten und die Forschungen hautnah mitzuverfolgen.
"Für Rostock und Mecklenburg-Vorpommern ist dies aus wissenschaftlicher und touristischer Perspektive ein außerordentlich interessantes Projekt", sagte Bernd Fischer, Geschäftsführer des Tourismusverbandes. Gerade die Haltung der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum mache den Reiz der Seehund-Station aus. Als Institutsgebäude soll ein ausgedientes 53 Meter langes Flussschiff dienen, das derzeit entsprechend in einer Werft in Stettin / Polen umgebaut wird. Geplant ist, das Sonnendeck des Schiffes als Besucherplattform zu nutzen. Bis die Tiere im Yachthafen Hohe Düne ihr neues Zuhause finden, sind die neun Seehunde (Filou, Moh, Luca, Malte, Nick, Bill, Henry, Sam und Marko) weiterhin im Kölner Zoo untergebracht.
Hinter dem Projekt steht die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Guido Dehnhardt vom Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock, der sich seit mehr als zehn Jahren mit den Orientierungsmechanismen mariner Säugetiere beschäftigt und dabei weltweit als einer der führenden gilt. Das Projekt wird in besonderem Maße von der Volkswagen Stiftung, dem größten Drittmittelgeber in Deutschland, gefördert. Die im "Meeressäuger Forschungs- und Informationszentrum" in Zukunft erwirtschafteten Mittel sollen der Wissenschaft zugute kommen.
Derzeit (April 2008) werden noch die Dalben gerammt für ein 60 mal 30 Meter großes Gehege, das mit Netzen abgetrennt wird.
Unter Dalben, versteht man in den Hafengrund eingerammte Pfähle zum Befestigen von Schiffen und anderem maritimem Materials.